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Tag und Nacht haben nicht viel
gemeinsam im Platzhirsch am Viktualienmarkt: Wenn die Sonne
sinkt, gehen die Omas, das Nachtvolk kommt.
Foto: Rumpf
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Plüschig, trendig, spartanisch – die
Cafélandschaft ist bunt und ständig in Veränderung. Eine
Entdeckungsreise durch die eigene Stadt.
Das
Oma-Café:
Auf der Karte: Kännchen Kaffee Hag
An der
Wand: Goldtapete
Am Tisch: immer weniger Omas
Das
Oma-Café ist wohl gleichzeitig die Oma der Cafés. Denn diese
gepflegt-plüschigen Horte von Sahnetorte, Papieruntersetzern
zwischen Tasse und Untertasse und Erdbeerrolle gab es, lange bevor
auf den Karten Tramezzini und Ingwer-Säfte auftauchten. Zu Oma-Cafés
sind sie geworden, weil ihr Klientel mit ihnen alt wurde und kein
neues nachkam. Bis vor einigen Jahren die modernisierungsresistenten
Oma-Cafés gerade wegen ihrer Untrendigkeit trendig wurden.
Das jüngste Beispiel in dieser Reihe ist das Café
Platzhirsch im ersten Stock des Hauses an der Ecke
Rosental/Prälat-Zistl-Straße, mit einem famosen Blick über den
Viktualienmarkt. Seit 1979 war dort das Cafe Rosental. Vor drei
Wochen hat ein nicht unbekanntes Trio, zu dem auch Musik-Produzent
Mathias Neuhauser von Millenia Nova gehört, den Laden übernommen.
Sie haben die Panoramafenster von den schweren Vorhängen befreit,
Filzkissen auf die breiten Fensterbänke gelegt, Rehgeweihe an die
Wand genagelt und eine neue Kaffeemaschine gekauft.
Es gibt
jetzt kein Kalbsgeschnetzeltes mehr, dafür spanischen Rotwein.
Ansonsten ist alles beim alten. Omas kommen, sagt Neuhauser,
zumindest nachmittags immer noch. Eine schöne Benimmschule sei das,
denn bei 80-jährigen Damen kämen quer durch den Raum gerufene
Sprüche wie „Ey, noch ’ne Erdbeerrolle?“ gar nicht gut an.
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